Unser Verein

Chronik

Über die historischen Anfänge des Breniger Junggesellenvereins ist relativ wenig bekannt. Fest steht jedoch, dass die Gründung auf das Jahr 1855 zurückgeht, womit der JGV Brenig zu den ältesten Vereinigungen in der Region zu zählen ist. Als nächstes markantes Datum ist das Jahr 1946 zu nennen, in dem sich der Verein nach den Wirren des zweiten Weltkrieges wiedergegründet hat, um seine knapp 100-jährige Geschichte wieder aufleben zu lassen. Der letzte große historische Einschnitt ist dann schließlich im Jahr 1994 zu beobachten, dem Jahr der erneuten Wiedergründung nach kurzer Inaktivität zu Beginn der Neunziger Jahre.

Der Junggesellenverein Brenig vor der Gaststätte "Op de Kant" im Jahr 1930. Quelle: Horst Bursch: "Das Vorgebirge". Sutton Verlag GmbH, Erfurt 2008, S. 111.

Wie gerade schon erwähnt, beginnt die neueste Geschichte des Breniger Junggesellenvereins im Jahr 1994, genau genommen am 1. Juni, als sich 25 Junggesellen in der beinahe schon legendären ehemaligen Breniger Gaststätte „Op de Kant“ zusammenfanden, um dort den JGV wieder ins Leben zu rufen. Die angesprochene Kneipe diente in den Folgejahren bis zu ihrer Schließung dem Verein als Stammlokal; heute wird an diese Tradition erinnert durch die regelmäßige Anbringung des Lokalschildes über den Zapftheken an Veranstaltungen wie dem Tanz in den Mai, dem alljährlichen Junggesellenfest oder der sog. „Letzten Sektbar des Jahres“.

Gaststätte "Op de Kant". Quelle: sanktevergislus.de

Doch zurück zum Jahr 1994: Die 25 Breniger Junggesellen, die sich im „Op de Kant“ zusammenfanden, wählten fast einstimmig Björn Hennes zu ihrem Präsidenten, der den Verein in den kommenden Jahren erfolgreich leitete. Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit entschied man sich zu diesem Zeitpunkt, 1994 noch kein Junggesellenfest auszutragen, was sich allerdings im folgenden Jahr ändern sollte.

 

1995 war es dann schließlich soweit: Vom 14. bis 16. Juli konnte erstmals seit Neugründung wieder ein Junggesellenfest veranstaltet werden. Als Austragungsort wählte man ein Festzelt auf der sog. „Königswiese“ am Kummenberg. Mit diesem Entschluss entschied man sich mehrheitlich gegen die Gaststätte „Op de Kant“ als Veranstaltungsort, was hauptsächlich mit dem dortigen Platzmangel begründet wurde. Die Ehre, das erste Maipaar des neugegründeten Vereins zu bilden, fiel auf das Vereinsmitglied Markus Becker und Iris Forschbach, die bei der traditionellen Maiversteigerung das höchste Gebot erhielt.

v.l.: Björn Hennes, Bernhard Hayer, Iris Forschbach, Markus Becker und Jürgen May

Auf dem Programm beim ersten Breniger Junggesellenfest „der Neuzeit“ finden sich ähnliche Ablaufpunkte, so wie sie heute noch durchgeführt werden: Freitags fand ein Disco-Abend im Festzelt statt, samstags wurde auf die Musik der Band „Happy Tornados“ getanzt. Am Sonntag begann der Tag mit einem gemeinsamen Kirchgang, gefolgt vom „traditionellen Frühschoppen“ sowie dem Empfang der Bruder- und Ortsvereine mit dem auch gleichzeitig der Meterbierpokal eingeläutet wurde. Am Nachmittag folgte der Festzug durch das Dorf bevor gegen 19 Uhr mit der Preisverteilung begonnen werden konnte.

Die erste Meistbeteiligung auf diesem Fest konnte der JGV Bornheim erringen mit einer Beteiligung von 31 Personen. Auf den Plätzen folgen die Vereine aus Waldorf (26 Mitglieder) und Walberberg (25 Teilnehmer). Darüber hinaus waren natürlich auch viele andere Bruder- und Ortsvereine vertreten, besonders zahlreich etwa die Junggesellen aus Metternich, Roisdorf oder Kardorf. Alles in allem war das Fest somit ein großer Erfolg, sodass man sich dazu entschied, auch in den kommenden Jahren wieder Feste am Kummenberg auszutragen.

 

1996 hielt man sein Versprechen und veranstaltete das zweite Junggesellenfest zu Ehren des damaligen Maipaares Jörg Grohs und Melanie Klein. In das Jahr 1996 fällt auch die erste Junggesellentour, die vom 20. bis 22. September Dernau an der Ahr zum Ziel hatte. Die im vorigen Jahr nach Frielendorf geplante Junggesellentour konnte aus vereinsinternen Gründen nicht stattfinden.

Maipaar 1996: Jörg Grohs und Melanie Knein

Vom 11. bis 13. Juli 1997 fand das dritte Breniger Junggesellenfest seit Neugründung statt. In Erinnerung bleibt dieses Fest nicht zuletzt aufgrund des ersten großen Starauftritts: Samstags gegen 22 Uhr spielten die Paveier einen allseits umjubelten Auftritt. Bereits einen Tag zuvor veranstaltete der Junggesellenverein einen Abend, der auch in den nächsten Jahren zum Standardrepertoire eines jeden Festes gehören sollte: Eine Schaumparty.

Im gleichen Jahr fand ebenfalls eine Junggesellentour nach Frielendorf statt, wie sie schon für das Jahr 1995 geplant gewesen war.

Freitagsabends fest im Programm: Schaumparty (hier: 1999)

1998 war es dem Junggesellenverein wiederum möglichen, eine namhafte Band nach Brenig zu locken: Am 18. Juli spielten De Räuber gegen 22 Uhr im Festzelt und begeisterten die dort anwesenden Besucher.

Diese Tradition, bekannte Größen sowohl aus dem Kölner Karneval als auch aus der Schlagerszene in den Ort zu bringen, konnte in den Folgejahren fortgeführt werden: 2000 begrüßte man Matthias Carras („Ich bin dein Co-Pilot“) und Chris Wolff („Palma de Mallorca“), 2001 folgten Brings („Superjeilezick“) und 2002 Olaf Henning („Cowboy und Indianer“). 2003 gaben Brings ein weiteres Stelldichein, 2006 war Michael Wendler („Sie liebt den DJ“) an der Reihe.

 

Um an diese Tradition anzuknüpfen und um der Breniger Dorfgemeinschaft etwas zu bieten, verpflichtete man 2012 u.a. De Boore („Rut sin de Ruuse“). Für das Jahr 2013 freut sich der Breniger Junggesellenverein auf die legendären Bläck Föööss, die Urgesteine aus dem Kölner Karneval, welche ein 90-minütiges Konzert auf dem Junggesellenfest veranstalten werden.

Maipaar 1999: Jürgen May und Valesca Knoben

Doch nun noch einmal zurück in die Neunziger Jahre! Denn im Jahr 1999 fand ein weiterer Meilenstein der jüngeren Breniger Vereinsgeschichte statt: In diesem Jahr wurde begonnen, auf dem Gelände neben der Breniger Kirche, auch liebevoll „Kathedrale des Vorgebirges“ genannt, ein Pfarrheim nebst Pfarrwiese zu errichten. Beinahe der gesamte JGV Brenig half tatkräftig bei diesem Unterfangen und sorgte maßgeblich für die Erschließung des Terrains und die Renovierung der roten Feldbrandziegel der alten Pfarrmauer aus dem Jahr 1894 unter der Anleitung von Pastoralreferent Bruno Schrage. Nach dessen Schätzungen ersparte die Mithilfe des Junggesellenvereins den Einsatz eines Spezialunternehmens, dessen Kosten sich auf rund 20.000 Euro belaufen hätten. Weitere Unterstützung für die Errichtung des neuen Pfarrheims konnte durch das Abhalten eines Trödelmarktes während des ’99er-Junggesellenfestes geleistet werden, dessen Einnahmen komplett für die anfallenden Kosten des Pfarrheimbaus gespendet wurden.

Tatkräftige Helfer des JGV Brenig mit Pastoralreferent Bruno Schrage

Seit dieser Zeit veranstaltet der Junggesellenverein Brenig seine Junggesellenfeste auf der Wiese hinter dem damals neu entstandenen Pfarrheim an der Haasbachstraße. Das neue Gelände liegt zentral im Ort und ist somit für die Einwohner Brenigs ideal zu erreichen.

 

Generell waren die 2000er Jahre für den JGV Brenig geprägt durch viele Erfolge, aber auch durch Veränderungen. So konnten erstmals in der Vereinshistorie Pokale im Fähndelschwenken gewonnen werden. Manfred Tennie errang 2004 den Glockenpokal des JGV Roisdorf. Sebastian Hayer sollte es ihm 2006, 2007, 2008 und 2010 gleichtun. Ebenfalls gewann Hayer 2010 die Vorgebirgsmeisterschaft, sowie das Wettkampfschwenken des JGV Alfter. Aber nicht nur die Fähnriche füllten die Vitrinen des Vereins. Neben zahlreichen Meistbeteiligungen und Meterbierpokalen wurden auch die jeweiligen Präsidenten Anfang des neuen Jahrtausends auf vielen Festen mit dem Präsidentenpokal für ihre herausragende Leistungen in der Vereinsführung geehrt. Die zweite Hälfte des Jahrzehntes war durch Umbrüche innerhalb des Vereins gekennzeichnet. Viele der Gründungsmitglieder von 1994 heirateten und schieden somit aus dem aktiven Vereinsleben aus. Posten mussten neu besetzt und organisatorische Abläufe von der nachrückenden Generation erlernt werden. Der JGV erlebte in dieser Zeit seine wahrscheinlich schwierigste Phase seit der Wiedergründung. Doch ging man gestärkt aus diesem Wandel hervor.

 

Seit Beginn der 2010er Jahre fand der Junggesellenverein Brenig wieder zu alter Stärke zurück und konnte sich mit regelmäßigen Meistbeteiligungen sowie Stimmungs- und Meterbierpokalen hervortun. Zwischenzeitliches Highlight war unbestritten das Bornheimer Junggesellenfest 2011, auf dem - unter der Leitung vom damaligen Präsident Peter König - erste Meistbeteiligung, Stimmungspokal, Meterbierpokal und der Präsidentenpokal nach Brenig gingen. Auch in Folge konnte der Breniger JGV an diese Erfolge anknüpfen.

 

2013 wich der Verein auf ein neues Veranstaltungsgelände aus: Um ausreichend Platz für die Besucher des Bläck Fööss Konzertes zu gewährleisten, findet das Junggesellenfest seitdem auf einem Gelände am Neuen Heerweg statt, auf dem Ende 2012 bereits die „Letzte Sektbar des Jahres“ abgehalten wurde. Seit dieser Zeit fanden neben den Bläck Fööss weitere namhafte Bands den Weg nach Brenig, darunter die Paveier, Kasalla, de Boore, Domstürmer, Cat Ballou oder Querbeat.

 

Apropos „Letzte Sektbar des Jahres“: Diese Veranstaltung, auch „Finalparty des JGV Brenig“ genannt, findet seit 2010 jährlich in Brenig statt und erfreut sich allseits großer Beliebtheit. Terminlich liegt dieses Event stets im November eines jeden Jahres und bildet somit den Abschluss der Junggesellensaison im Vorgebirge.

Breniger Junggesellen arbeiten an der alten Pfarrmauer

Zum Schluss sollen nun noch einige Aktivitäten genannt werden, die den Jahresablauf des Breniger Junggesellenvereins bestimmen: Gewöhnlich bildet die JGV-Jahreshauptversammlung den Beginn der gemeinsamen Unternehmungen, gefolgt vom Bornheimer Karnevalszug. Pünktlich zum Sonntag der Karnevalswoche hat der Junggesellenverein schon mehrmals einen Karnevalswagen an den Start gebracht und eine dazugehörige Fußtruppe initiiert. Auf der „After-Zoch-Party“ im Breniger Pfarrheim klingt dieser ereignisreiche Tag bei dem ein oder anderen Getränk gegen Abend aus. Im weiteren Verlauf des Jahres findet, nachdem auf der Maiversteigerung ein Maipaar auserkoren wurde, die Krönung des Paares auf dem traditionellen „Tanz in den Mai“ statt.

In den folgenden Monaten ist es dann die Aufgabe des Maipaares, sowohl den Junggesellenverein als auch das Dorf würdig auf den Festen der benachbarten Junggesellenvereine zu vertreten. Im Sommer, wenn das eigene Fest abgehalten wurde, organisiert der JGV Brenig die Paias-Verurteilung, deren typischer Verlauf eine Verhandlung vorsieht, in welcher der gleichnamige „Paias“ für Verbrechen, Unglücksfälle und Missgeschicke rund um den Verein verantwortlich gemacht und letztlich verbrannt wird.

 

Neben den regelmäßig stattfindenden Junggesellentouren, die in den letzten Jahren beispielsweise Zandvoort und Prag als Ziel hatten, organisiert der Junggesellenverein darüber hinaus weitere vereinsinterne Aktivitäten: Dazu gehören z.B. Weihnachtsfeiern, Vatertagstouren oder sonstige Unternehmungen wie etwa Kinobesuche, Grillabende o.ä. Bei all diesen Vorhaben versucht der Junggesellenverein seine obersten Ziele zu verwirklichen: Den Dienst an der Gemeinschaft und die Pflege von Brauchtum und Tradition.

Aufstellung beim Festzug 2004 in Bornheim. Quelle: brenig.piczo.com

Text: Michael Schöneck